Pfarrei Maria Hilf

Fahrt zum „Schaftlacher Kreuz“

Fahrt zum „Schaftlacher Kreuz“ am 14.9.2015    Es regnete immer wieder an diesem Nachmittag. Aber dies tat der guten Stimmung der hochmotivierten Teilnehmer an diesem Ausflug aus der Pfarrei Maria Hilf keinen Abbruch. Das Ziel befand sich ja schließlich in einer Kirche.  Gerda Urso sowie unser ehemaliges Pfarreimitglied Lilo May und Dr. Manfred Waltl hatten das Programm ausgearbeitet und führten uns zusammen mit Diakon i.R. Klemens Irmer hindurch. Im Bus erzählte uns Frau May die aufregende Geschichte der Wiederentdeckung dieses einmaligen Kruzifixes: Anlässlich einer Ausstellung vor 10 Jahren in Freising wurde der Korpus von seiner verfälschenden Fassung aus dem 19. Jahrhundert befreit und erhielt dann eine wissenschaftlich untermauerte neue Farbgebung, die den ursprünglichen Sinngehalt dieses Kunstwerks wieder aufleben ließ. Wesentlich dabei ist, dass Christus nun den Betrachter anblickt, während zuvor die Augen übermalt waren! Radiologische und weitere Untersuchungen in Deutschland und der Schweiz erbrachten dann das anfänglich angezweifelte Ergebnis, dass der Körper um das Jahr 970 geschnitzt wurde. Damit ist es, nach dem Heiland von Enghausen bei Moosburg, das zweitälteste Kruzifix der Welt und damit älter als das berühmte Gero-Kreuz im Dom zu Köln.  Der Eindruck auf den Betrachter ist überwältigend und tief. Man blickt auf einen über den Tod triumphierenden Christus, der das Leiden überstanden hat, einen überzeugenden Erlöser.  In der feierlichen Andacht, die von Dr. Manfred Waltl und Diakon Klemens Irmer geleitet wurde, erklang die wunderschöne Stimme von Frau Widmann mit geistlichen Liedern in englischer Sprache. Anschließend  erklärte der Pastoralreferent der Schaftlacher Pfarrgemeinde die Historie der Kirche und wies auf die zahlreichen gotischen und barocken Heiligenfiguren hin, die diese Kirche schmücken. Vermutlich stammen das Kreuz und andere Kunst-schätze aus dem Kloster Tegernsee, von wo sie vor der drohenden Säkularisation in Schaftlach in Sicherheit gebracht wurden.  Zum vergnüglichen Ausklang ging`s dann noch ins gemütliche Salettl des Klosters Reutberg. Bier und vorzügliche Speisen verbanden wieder die erfüllten Seelen mit dem hungrigen Leib.

Harald Sachers